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Die schottisch–maltesische Sopranistin Carine Tinney hat sich als profilierte Künstlerin auf der internationalen Bühne etabliert. Ihr Repertoire umfasst Oratorium, Alte Musik, Lied und Oper. Besonders geschätzt wird sie für die Klarheit, Ausdruckstiefe und stilistische Feinheit ihrer Barockinterpretationen. Sie konzertiert regelmäßig in Europa, Asien und den Vereinigten Staaten.

Sie arbeitet mit führenden Ensembles der historischen Aufführungspraxis zusammen, darunter Bach Collegium Japan, De Nederlandse Bachvereniging, Vox Luminis, Pygmalion und InAlto. Die Zusammenarbeit mit renommierten Dirigentinnen und Dirigenten wie Helmuth Rilling, Johanna Soller, Joshua Rifkin, Jeannette Sorrell, Emmanuelle Haïm, John Butt und Jonathan Cohen unterstreicht ihre feste Verankerung in der internationalen Alte-Musik-Szene.

In den Vereinigten Staaten war Carine Tinney unter anderem beim Berkeley Early Music Festival zu erleben, sang Bachs Matthäus-Passion mit dem Quad City Symphony Orchestra unter der Leitung von Mark Russell Smith sowie Händels Messiah mit dem Saint Paul Chamber Orchestra. 2027 kehrt sie für eine landesweite Tournee mit Bachs Matthäus-Passion in die USA zurück – gemeinsam mit Apollo’s Fire, dem international renommierten Barockorchester aus Cleveland, gegründet und geleitet von Jeannette Sorrell.

Seit 2019 ist sie festes Mitglied des führenden Mittelalter- und Renaissance-Ensembles Sollazzo und tritt mit diesem regelmäßig in Europa, Nordamerika und Asien auf. Die Einspielung Ni Dufay, Ni Binchois: The Works of Johannes Pullois wurde mit einem Diapason d’Or ausgezeichnet und bestätigt den Rang des Ensembles als eine der innovativsten und prägnantesten Stimmen der Alten Musik.

Auch auf der Opernbühne umfasst ihr Repertoire sowohl lyrische als auch dramatische Partien. Zu den bisherigen Höhepunkten zählen Pamina in Mozarts Die Zauberflöte am Landestheater Detmold, die Titelpartie in Massenets Cendrillon sowie die Stimme vom Himmel in Verdis Don Carlo an der Bayerischen Staatsoper. Ihr Debüt an der Opéra de Lille gab sie in Purcells The Indian Queen unter der musikalischen Leitung von Emmanuelle Haïm. In der Spielzeit 2026/27 stehen ihr Rollendebüt als Oberto in Händels Alcina an der Bayerischen Staatsoper München sowie eine internationale Tournee mit Vox Luminis als Dido in Purcells Dido and Aeneas auf dem Programm, mit Stationen unter anderem in Amsterdam, Paris und London.

Carine Tinney wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, darunter Ehrungen der Hugo Wolf Akademie – Internationaler Wettbewerb für Liedkunst (Stuttgart), der Alumni/ASTA Competition for Lied Singing sowie das BECA-Bach-Stipendium (Barcelona). 2021 war sie Artist in Residence am Zentrum für Alte Musik in Köln.

Ihr Bachelorstudium absolvierte sie an der Edinburgh Napier University. Anschließend setzte sie ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik Detmold fort, wo sie zwei Masterabschlüsse in Liedgestaltung und Oper bei Gerhild Romberger und Manuel Lange erwarb.